Beckmann macht den Kerner: Versuchte Demontage politisch unbequemer Personen oder: Alle gegen Thilo (mehrfach ergänzt)

by Tobias Fabinger

Einige von Ihnen sind am Montagabend möglicherweise Zeuge der größten Hexenjagd seit der letzten Hexenverbrennung geworden, gegen die die mediale Hinrichtung Hermans bei Kerner (der seit seinem Wechsel zu Sat1 hinsichtlich der Quote als ausgleichende Gerechtigkeit wenigstens auf eine angemessene Quote zurechtgestutzt wurde) ja noch direkt beispielhaft für faire Berichterstattung war. Anlass des Hyperventilierens der Gutmenschen war wieder einmal Dr. Thilo Sarrazin, der in seinem Buch “Deutschland schafft sich ab” (Kaufempfehlung) unbequeme Wahrheiten über die islamische Masseneinwanderung anspricht. Und weil – je nach Umfrage – zwischen 70 und 90 Prozent der Bundesbürger Sarrazins Thesen ganz oder teilweise unterstützen, mussten die Meinungsmacher aus Politik (übrigens von SED bis “C”DU) und Medien schleunigst reagieren und eine mediale Hinrichtung wie seinerzeit bei Kerner inszenieren, getreu dem Motto: “Bestrafe einen, erziehe Hundert”. Auf keinen Fall sollte es salonfähig werden, Kritik an der volksschädlichen Masseneinwanderung zu üben. Während man seinerzeit bei Eva Herman noch der Meinung war, man könnte sie zu fünft (3 Gäste + “Experte” + Moderator) für ihre konservative Meinung vernichten (was dann schließlich durch gezielte Manipulationen ihrer Aussagen zumindest beruflich gelang) zu können, war man bei Sarrazin angesichts seiner überlegenen Argumente offenbar weniger sicher und stockte sein Personal gleich auf. Neben 4 teilweise sehr zweifelhaften Gästen gegen Sarrazin (wie schon bei Herman ohne Unterstützung für den “Angeklagten”) wurde auch noch ein Sozial”pädagogen” (das lässt nichts Gutes erahnen) ins Studio geholt und, weil das immer noch nicht genug war, wurde auch noch eine weitere Migrantenlobbyistin über Bildschirm zugschaltet. Zusammen mit Neu-Kerner Beckmann also 7 Inquisitoren. Und dabei sind die zahlreichen vorbereiteten Wortmeldungen “betroffener” Politiker nicht mitgerechnet, die Sarrazin verteufelten, ohne das Buch je gelesen zu haben. Allen voran Zentralratsjude Graumann, der Sarrazin direkt zum Rassenideologen erklärte und damit den Nationalsozialismus verniedlichte. Dabei müsste gerade der Zentralrat der Juden hinter Sarrazin stehen, da der Islam hochgradig antisemitisch ist. Daher schreibt das BAK 1848 auf “Gesamtrechts” zu Recht:

Der Zentralrat wird sich, sollte der Islam weiter in Deutschland Fuß fassen, noch in die Zeiten zurücksehen, in denen er sich nur „Sarazenen“ in Gestalt des fast siebzigjährigen protestantischen Bundesbankers gegenübersieht.

Werfen wir, bevor wir uns inhaltlich mit der Sendung (ich nehme vorweg: mir wäre fast das Essen hochgekommen)  befassen, einen Blick auf die fragwürdigen Gäste:

Das BAK 1848 schreibt auf “Gesamtrechts” dazu (Fehler wurden von mir korrigiert):

Mangels geistiger Eigenkraft hatte sich Beckmann ein „PC-Einsatzkommando“ zusammengestellt, das mit Aygül Özkan (zuständig für die Scham- und Mitleidsmasche) und Ranga Yogeshwar, der sich 90 Minuten nicht vom Grundschullehrer-Duktus lösen konnte (zuständig für die „wissenschaftliche Widerlegung“ – ohne selbst ad hoc nachprüfbare Belege liefern zu müssen) sehr gut besetzt war. Künast und Scholz – zwei waschechte Politfunktionäre mit überschaubaren politischen Begabungen und Erfolgen vervollständigten den Etabliertenchor.

Es wurden also schon mal nur linke Gäste eingeladen. Özkan, die in ihrer noch kurzen Amtszeit schon für zwei handfeste Skandale sorgte und als Islam-Lobbyistin bekannt ist, der Sozi Scholz, der offenbar ohne Persönlichkeit und Fähigkeit zur eigenen Meinungsbildung geboren wurde und nur SPD-Doktrin vorträgt und die berufsbetroffene und kinderlose Künast, die ohnehin keinerleit Kompetenz hat, hier mitzureden. Yogeshwar selbst ist politisch nicht eindeutig einzuordnen, dass er Sarrazin aber nicht unterstützen würde, war abzusehen. Es würde seiner Karriere als TV-Moderator schließlich schaden, würde er Partei für Sarrazin ergreifen. Dann noch Sozialpädagoge Sonnenburg, der angesichts seiner Tätigkeit ohnehin zur Gutmenschlichkeit verdammt ist und noch eine SozialgutmenschIn als “Kompetenz von außen”, Naika Foroutan, in deren Weltbild alles passt außer Fakten. Und Sarrazin? Der hatte keine Hilfe. Kein Broder, keine Kelek, kein Henkel oder Giordano wurde eingeladen, um Sarrazin etwas Luft zu verschaffen und die Redezeit des Sarrazin-Lagers etwas auszudehnen. Sieht so eine faire Debatte aus? Aber es zeigt, dass die Gutmenschen vor allem vor einem Angst hatten: Fakten. Deswegen wollte man Sarrazin das Thema diktieren und ihn nicht zu den eigentlichen Problemen kommen lassen. Womit wir zum Inhalt der Sendung kommen. Hier schreibt das BAK 1848:

Und so hatte die „krude“ Mischung aus Hohepriester-Dozent-Inquisitor ihren großen Auftritt, Zielsetzung: Sarrazin vorführen, demontieren und möglichst tief demütigen. Dem Publikum sollte zur Gaudi und zur Abschreckung vorgeführt werden, was mit lästigen Abweichlern und „Häretikern“ heute und in Zukunft passiert. Beckmann, dem es stets an Originalität und geistiger Frische fehlt, hangelte sich von einem Zitatfetzen zum anderen und griff immer dann zu seinem Lieblingsinstrument, Unterbrechen und „Abwürgen“, wenn es für ihn brenzlig wurde.

Zum Beispiel als sein „Gast“ (will heißen: Delinquent) zu längeren Erläuterungen ausholte oder das unbequeme Massenphänomen des „Familienzuzugs“ ansprach, dem Einschleusen von anatolischen „Importbräuten“ durch die türkische „Community“. Sarrazin hätte noch viel zu sagen gehabt. Er wurde aber immer unterbrochen, jede Diskussion „abgewürgt“ („Zäsur, Zäsur – Ihr lieben am Tische“ – peinlich, aber bezeichnend).

Sarrazin, der kein rhetorisches Ass ist und angesichts der Übermacht sowieso kaum dazu kam, mal etwas zu sagen, wurde auch immer dann unterbrochen, wenn er dabei war, endlich das Problem anzusprechen. Man muss Sarrazin hier den Vorwurf machen, dass er zu defensiv war, sich die Themen (so z.B. seine wenig hilfreiche, wenngleich inzwischen erwiesenermaßen richtige These zu den “Juden-Genen”) hat diktieren lassen und offensichtliche Lügen unkommentiert stehen ließ, ohne zum Gegenangriff überzugehen. Angesichts der Übermacht an Gegnern und parteiischer Moderation (schon die Einleitung, Sarrazin spalte Deutschland, ist absurd, da die große Mehrheit hinter Sarrazin steht) aber verständlich und das war auch das Ziel. Sarrazin sollte sich blamieren und als Stümper erscheinen, der keine Ahnung hat, wovon er spricht. Deshalb lohnt es sich, sich einmal die Lügen oder Halbwahrheiten zu untersuchen, die in der Sendung verbreitet und von Sarrazin nicht korrigiert wurden (werden konnten). Vorab sei aber bemerkt, dass die Aufregung um die Aussage, wir würden auf natürlichem Weg dümmer, bzw. dass es Intelligenzunterschiede in den Völkern gäbe, unbegründet ist, denn sie entspricht den Tatsachen. So sind z.B. Türken im europaweiten IQ-Vergleich in der Tat, durchschnittlich betrachtet, “dümmer”.

1. Falschbehauptung: Ausländer seien produktiv.

Falsch! Wären sie so produktiv wie behauptet, würde die Migration in Deutschland nicht jeden Bundesbürger 1252 € pro Person und Jahr kosten (hier mit weiteren Nachweisen). Unter islamischen Migranten ist die Abhängigkeit von Transferleistungen höher als bei allen anderen Zuwanderergruppen und bei Deutschen. Wenn Ausländer produktiv sind, dann, wie Sarrazin schon sagt, überwiegend im Obst- und Gemüsehandel und im Döner-Imbiss. Positive Gegenbeispiele ausgenommen, aber diese sind eher Ausnahme als Regel.

2. Behauptung: Die Zahl der türkischen Abiturienten sei um 900% gestiegen.

Das ist nur die halbe Wahrheit! Jedoch stimmt schon die von Foroutan angegebene Zahl nicht (sie widersprach sich auch selbst, indem sie einmal 18% und einmal 27% angab). Die Zahl der türkischen Abiturienten mag insgesamt gestiegen sein, ist jedoch im Vergleich zu anderen Zuwanderergruppen, die weniger Sonderrechte (“Integrationsangebote”) erhalten, deutlich weniger. Zudem sind die Anforderungen für das Abitur durch eine allgemeine Niveauabsenkung durch Rot-Grüne Schulexperimente, Bologna und Rücksicht auf Migranten gesunken. Zudem wäre hier eine Aufschlüsselung nach religiöser Orientierung der Türken interessant. Durch ihre Säkularisierung würde es zumindest nicht überraschen, wenn die Aleviten oder Atheisten die meisten Abiturienten stellen würden.

“J.S.” auf PI hat sich mit den Zahlen Foroutans genauer auseinandergesetzt und kommt zu folgendem Schluss:

Eine weitere problematische Behauptung von Foroutan war, es würden ca. 27% (oder doch 18%, wie es bei Beckmann hieß?) der türkischen Migranten Abitur erreichen, bzw. besitzen. Die dafür genannten Quellen sind leider nicht oder nur schwer auffindbar und die diesbezüglichen Angaben schwanken stark. Der Spiegel schreibt in einem Artikel vom 24.01.09 von 14% und bezieht sich auf eine nicht näher bezeichnete Quelle. Im Bildungsbericht 2010 steht, etwas versteckt, eine Zahl von 10,3%. 10,3 ist nicht 27. 27% wären auch schwer zu realisieren, da 30,7% der türkischen Migranten gar keinen Schulabschluss haben, 43,1% Hauptschulabschluss und 13,7% Realschulabschluss bzw. Mittlere Reife. Eine Quote von 27% Abiturienten ergäben folglich insgesamt 114,5% (Bildungsbericht 2010, Tabelle B5-3web). Diese Zahlen gelten allerdings für Gesamtdeutschland. Der aktuellste Bildungsbericht für Berlin-Brandenburg ist von 2008 und gibt für Migranten eine Quote von 12,4% Abiturienten an, ohne weitere Aufschlüsselung

[Anm.: später lieferte J.S. noch einen Artikel nach, der sich mit einer Studie befasst, die in der Tat auf 27,5% türkische Abiturienten kommt. Allerdings ist diese Studie keinesfalls als seriös zu betrachten, schon weil sie nicht repräsentativ ist, was in dem Artikel auch belegt wird. Das zeigt, wie seriös Frau Foroutan in ihrer Arbeitsweise ist.]

3. Behauptung: Die Integration wird mit verstärkten Anstrengungen (= mehr Sonderrechten und positiver Diskriminierung) in jeder Generation besser.

Falsch! Genau das Gegenteil ist bei Türken und Arabern zu beobachten. Je mehr Angebote man ihnen macht, desto mehr schotten sie sich in ihrer Parallelgesellschaft ab. Während bei anderen Zuwanderergruppen – auch wenn sie aus der Unterschicht kommen (z.B. die Vietnamesen) die Integration binnen einer Generation funktioniert, obwohl es kaum Integrationsangebote und Sonderrechten gibt, wird sie bei Türken und Arabern insgesamt betrachtet immer schlechter. Das ist auch verständlich. Stellen Sie sich vor, Sie wandern ins Ausland aus, bekommen dort lebenslang Transferleistungen vom Staat, die ihnen einen akzeptablen Lebensstandard ermöglichen, leben dort in einem Viertel, in dem nur Landsleute leben, haben Ihre eigene Infrastruktur (deutsche Läden, Schulen, etc.) und müssen die Sprache des Gastgeberlandes nicht lernen, weil sie alles auf Deutsch bekommen. Würden Sie sich dann die Mühe machen, sich in einem kulturfremden Land zu integrieren?

Das BAK 1848 schreibt:

Ranga Yogeshwars Ausführung über die Einwanderer nach Kanada, die durch eine umfassende Sprachförderung sich in kürzester Zeit auf höchstem Niveau befänden war öffentlich-rechtliches Infontainment in Reinkultur. Er unterschlug, dass die Einwanderungspraxis der Bundesrepublik und die Kanadas fundamental verschieden sind. Im Gegensatz zu dem klassischen (und erfahrenen Einwanderungsland) kennt die real existierende BRD weder eine enge „Qualifikationsschleuse“ (geforderte Berufsausbildung, Studium in Mangelberufen- oder Fächern) noch die Bedingung, sich über Jahre durch Erspartes selbst versorgen zu können. Auch werden Sprachkenntnisse (in Englisch UND Französisch) in der Regel bereits vorher verlangt. Man will nur die Besten, oder „krude“ ausgedrückt: nur die Intelligentesten.

Es ist überall zu beobachten: Je höher der Integrationsdruck, desto besser die Integration.

4. Behauptung: Es ist doch gut, wenn Kinder geboren werden, egal ob es Deutsche oder Ausländer sind.

Falsch! Kinder sind unsere kulturelle und ökonomische Zukunft. Kulturfremde Kinder, die ins Sozialsystem einwandern, retten weder die Kultur unserer Nation (mangels Anpassung und Identifikation) noch retten sie unser Sozialsystem, sondern belasten es im Gegenteil.

Das BAK schriebt dazu:

Gerade zu putzig Beckmanns Verweis auf eine Studie, die angeblich die Angleichung der Geburtenrate in der BRD von „MigrantInnen“ an Deutsche belege. Gerade wenn sie stimmt, ist der Immigrationsindustrie ein „klassisches“ Argument aus der Hand geschlagen worden: dass wir den deutschen Geburtenrückgang nämlich mit „fruchtbaren“ Einwanderern aus der Dritten Welt „ausgleichen“ müssen.

Der Bildungsbericht 2010 bestätigt die These der sinkenden Geburtenzahlen bei Ausländern nicht, denn dort (S. 18) heißt es u.a., dass in Frankfurt/Main 72% der unter 3-jährigen einen Mihigru haben, bei den Kindern unter 15 sind es über 50%.

Fazit des BAK, dem ich nichts hinzuzufügen habe:

Mit der Sendung „Beckmann“ erlebten wir eine „krude Mischung“ aus TV-Tribunal und politisch korrektem ARD-Infotainment, die sich passgenau in das sonstige Programm des öffentlich-rechtlichen Etabliertenfernsehens einfügte. Ab 2013 werden wir alle dafür zahlen müssen, sogar deutlich mehr als heute.

Wer heute noch sein Essen erbrechen will, kann sich hier die Sendung ansehen.

Übrigens: Die linken Menschenfeinde zeigen wieder einmal ihre Fratze, indem sie mit Gewaltdrohungen Lesungen von Sarrazin verhindern. Wer sind hier wohl die wahren Faschisten?

Ergänzung:

Ein Bericht zu Sarrazin bei “Hart aber (un)fair” lohnt sich nicht. Im Ergebnis lief es ähnlich. Zwar hatte Sarrazin diesmal einen Helfer und “nur” 3 Gegner, die waren aber dafür umso penetranter. Insbesondere Schreihals Michel “Paolo Pinkel” Friedman, der sich trotz seiner Eskapaden immer noch für die oberste moralische Instanz hält, sorgte mit seiner selbstgefälligen und intoleranten Art wieder mal dafür, dass sich das Bild der Juden in Deutschland nicht gerade verbessern wird. Auch Asli Sevindim, Moderatorin mit Migrationshintergrund, die keiner kennt, kompensierte fehlende Argumente durch heftiges Vortragen von Verallgemeinerungen und Verleumdungen Sarrazins. Thematisch wurde von Plasbergs Vasallen die gleiche Methode benutzt wie bei Beckmann: Nur nicht die eigentlichen Probleme ansprechen und Sarrazin zu den Fakten kommen lassen, sondern ihn mit dem Thema der Vererbbarkeit von Intelligenz und dem gemeinsamen Juden-Gen anzugreifen. Und wieder sah Sarrazin nicht gut aus, eierte herum, sodass man sich als Zuschauer am Ende fragen musste, welches Ziel Sarrazin nun mit seinen Aussagen überhaupt verfolgt. Satire? Trotz? Oder meint er es ernst? Distanziert er sich davon oder hält er daran fest? Warum sagt er, die Aussage war unklug, obwohl sie stimmt, was er auch selbst gesagt hat?  Sarrazin tappte zum zweiten Mal in die Falle, die ihm die BessermenschInnen aufgebaut hatten, statt die Fakten und vor allem die eigentlichen Probleme seines Buches vorzutragen.

Seiner Beliebtheit tat dies offenbar keinen Abbruch, denn auch bei Plasberg war die Mehrheit der Zuschauer auf der Seite Sarrazins. Übrigens im Gegensatz zum Studiopublikum, das offenbar fast nur aus de 10-30% der Bürger bestand, die Gegner Sarrazins sind. Eine wahrlich “faire” Diskussion.

Auch dieses Video gibt es für Masochisten hier noch mal zu sehen.

Den Zuschauern sei geraten, lieber Sarrazins Buch zu lesen und die Fakten auf sich wirken zu lassen, statt sich die medialen Hinrichtungen desselben zuzumuten, die sowieso nichts mit den eigentlichen Inhalten des Buchs zu tun haben. Wer eine wirklich ausgewogene Diskussion sehen will, der kann sich “Das Duell” anschauen (Empfehlung!), in dem Necla Kelek den Blutgreis Ströbele (Grüne) vorführt und ihm mit sachlichen Argumenten keine Chance lässt.

Ergänzung 2:

Bei Maybrit Illner wurde auch über Sarrazin diskutiert. Hier war das Verhältnis von Sarrazin-Unterstützern zu Sarrazin-Gegnern 2:3, das Publikum allerdings nicht repräsentativ für die Bevölkerung. Inhaltlich wurde auch um das eigentliche Thema herumgeredet. Der Höhepunkt der Sendung war allerdings die Zahlen-Akrobatik der Politologin Foroutan, die sich mit ihren Wahrheitsverdrehungen bei Beckmann einen Platz in der Sendung verdienen konnte. Wer beide Sendungen aufmerksam gesehen hat, dem fiel auf, dass die vermeintlich seriösen Zahlen, die ja ihrer Meinung nach im Vergleich zu den Sarrazinzahlen neuer und richtiger seien, sehr zweifelhaft sind. Bei der Zahl der türkischen Abiturienten widersprach sie sich selbst. Bei Beckmann behauptete sie noch, es seien 18%, bei Illner war es auf einmal fast ein Drittel. Außerdem behauptete sie – teilweise mit Unterstüztung ihres Gesinnungsgenossen Özdemir, Vietnamesen seien in Berlin-Brandenburg bei der Gewaltkriminalität auf Platz 3. “Spitz” auf “PI” schreibt, Vietnamesen seien nicht bei den Gewalttaten, sondern bei Diebstählen “auf Zack”. Ähnlich sieht das “Rickert”, der Frau Foroutan folgende E-Post geschickt hat:

Hallo,
ich bin selber Vietnamese und ich finde es schade, dass sie uns bei Frau Illner mit Gewalttätern auf eine Stufe gestellt haben. Vietnamesen verkaufen eben gerne illegal Zigaretten in Deutschland. Ich finde es schade dass sie das nicht erwähnt haben. Die wenigsten Vietnamesen in der Statistik sind Gewalttäter, im Gegensatz zu vielen Arabern und Türken in der Statistik. Sie haben sich damit auf eine Stufe mit Sarrazin gestellt!

Wie seriös die PKS ist, bschreibt ein Artikel der Berliner MoPo.

In einem internen Polizeipapier zur Führung der PKS, das Morgenpost Online vorliegt, werden tatsächlich bei einigen Punkten mehrere Taten zu nur einem Fall zusammengefasst – für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine bewusste Täuschung der Öffentlichkeit.

Aus einem Bericht der linksradikalen taz (!) geht hervor, dass die hohe Kriminalitätsrate bei den Vietnamesen tatsächlich aus Diebstählen, Schmuggel, Prostitution, etc. herrühren. Außerdem geht aus der PKS noch etwas anderes hervor:

Zunächst einmal beträgt der Migrantenanteil in Berlin 13,7% (PKS Berlin, S119). Dieser ist im Gegensatz zu 2008 leicht rückläufig. Der Anteil von Tatverdächtigen mit Migrationshintergund in der gesamten PKS Berlin 2009 ist dagegen (bereinigt um Touristen und Straftaten, die nur Ausländer begehen können) 27,4%.

Im übrigen wird in der PKS nur zwischen deutschen und nichtdeutschen TV unterschieden. Laut PKS 2009 (S. 21) sind nichtdeutsche TV:

Nichtdeutsche Tatverdächtige sind Personen ausländischer Staatsangehörigkeit, Staatenlose und Personen, bei denen die Staatsangehörigkeit ungeklärt ist. Personen, die sowohl die deutsche als auch eine andere Staatsangehörigkeit besitzen, zählen als Deutsche. Wird derselbe Tatverdächtige innerhalb eines Berichtszeitraumes mit unterschiedlicher Staatsangehörigkeit ermittelt, so wird er zu dem aktuellsten Merkmal gezählt. Analog wird beim Aufenthaltsstatus nichtdeutscher Tatverdächtiger verfahren. Alle Nichtdeutschen, die eine Schule, Fachhochschule oder Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland besuchen, werden unter „Student/Schüler“ erfasst.

So viel zu diesen Statistiktricks. “Passdeutsche” zählen somit auch als Deutsche, was schon von vornherein eine gewisse Verzerrung bedingt. Und selbst wenn eine PKS den Mihigru angibt, ist das mit Vorsicht zu genießen. Denn die Angabe zum Mihigru der Täter ist nicht verpflichtend und wird kaum genutzt, die Quote liegt wohl bei unter 50% (siehe PKS Berlin S. 121). Die oben genannte Zahl ist also sogar noch mit Vorsicht zu genießen und lassen Luft nach oben.

Außerdem wurde behauptet, Afghanen, Iraner und Iraker seien im Bildungsbereich erfolgreicher als Deutsche (im Gegensatz zu den Türken) und das seien ja auch überwiegend Moslems. Ob die Zahlen stimmen, kann ich derzeit nicht beurteilen, eins wird aber von der Zahlendreherin und ihrem schwäbischen Kollegen verschwiegen: Aus dem Iran und Co. wurden keine, bzw. kaum Gastarbeiter angeworben, aus diesen Ländern flohen und fliehen überwigend christliche und säkulare islamische  Akademiker, die von ihren Regimes verfolgt wurden, bzw. werden. Damit ist das Argument der tollen Moslems aus dem Iran und Co. obsolet. Özdemir musste dann noch gegen die Italiener hetzen, die statistisch gesehen noch häufiger auf Sonderschulen verwiesen werden als Türken. Nach der Gutmenschen-Logik müssten die Italiener und Vietnamesen angesichts dieser Verallgemeinerung beleidigt aufheulen und sich darüber beklagen, dass sie diskriminiert und verächtlich gemacht werden. Die Zahlen mögen zwar nicht gelogen sein, aber erstens haben wir wenige Italiener im Land und zweitens sind die vorhandenen Italiener trotz häufiger Bildungsferne weitestgehend unauffällig.

Auch die FAZ kritisiert den Foroutan-Auftritt:

Schwenk ins Absurde. Frau Foroutan rief schließlich wie in den Hochzeiten ostdeutscher Gekränktheitsrituale „wir fühlen uns diffamiert“ (zuvor hatte sie noch „den Deutschen“ attestiert, die fühlten diese Misserfolge der Integration nur, die es so gar nicht mehr gäbe) und bedankte sich bei der Kanzlerin, weil die sich „vor uns Muslime“ gestellt hat. Und dann stellte sie gleich noch die gesamte Statistik-Analyse Sarrazins in Frage. Sie habe ganz andere Zahlen, rief Foroutan, schwenkte einen Zettel und trug mit atemraubender Geschwindigkeit vor, dass weder die Arbeitsmarktzahlen für Migranten noch die Bildungsmisere noch die Gewalttaten türkischer und arabischer Jungen oder die Familiengrößen muslimischer Einwanderer irgendeine Richtigkeit hätten. Kurzum, vergessen Sie Bildungsberichte und Mikrozensus, das rechnet Ihnen Frau Foroutan von der Humboldt Universität Berlin in Nullkommanix hinüber ins Schöne!

Die Talkrunde war verblüfft und nicht einmal Maybritt Illner mochte da noch die anderslautende Fakten-Analyse ihrer Redaktion, nachzulesen im Internet, dagegenhalten. Höflich ironisch meinte lediglich Roger Köppel zu diesem statistischen Taschenspielertrick, dass sie, Frau Foroutan, sollte sie sich geirrt haben, wenigstens nicht fürchten müsse, dann ihren Job zu verlieren. Naika Foroutan leitet an der Universität das Projekt „Heymat“ und kreiert dort, unbelastet von den Integrationsproblemen dieses Landes, die „Neuen Deutschen“. Der Begriff, so steht es im Internet, wurde von ihr bewusst gewählt „in Abgrenzung zum Begriff der ‘alteingessenen Deutschen’, die für sich Etabliertenvorrechte reklamieren“.

Fest steht: Der Zahlenhexe Foroutan kann man nichts glauben! Leider waren alle in der Runde, einschließlich Bröder und Köppel, von den “getürkten” (iranisierten) Zahlen so überrumpelt, dass sie ihnen nichts entgegensetzen konnten. Besonders im Hinblick darauf, dass Frau Illner die Rechercheergebnisse ihrer eigenen Redaktion nicht kennt und daher nicht berichtigend eingreifen konnte (selbst wenn sie gewollt hätte), ist leider der erste Punktsieg der Sarrazin-Feinde gelungen.

Für Masochisten hier die Sendung.

Ergänzung 3:

Bei Anne Will wurde zwar kaum noch (wurde es ja im Grunde sowieso nie) über Inhalte diskutiert, aber zumindest ausgewogen. Man kann die Sendung folglich als Beispiel für eine gelungene und ausgewogene Berichterstattung – zumindest dem Ansatz nach – heranziehen.

Quellen zum Nachlesen:

- Bildungsbericht 2010

- Anhang Bildungsbericht 2010

- PKS Berlin 2009

- PKS Bund 2009

- “Wer einmal lügt” (J.S., PI)

- Zahlenspiele 2.0 (J.S., PI)

- Die “Fakten” der “Expertin” Naika Foroutan

One Response to “Beckmann macht den Kerner: Versuchte Demontage politisch unbequemer Personen oder: Alle gegen Thilo (mehrfach ergänzt)”

  1. Wie man im Spiegel lesen kann, ist das Buch von Sarrazin nicht nur verkaufsmässig ein Hammer, sondern es fördert auch Parteieintritte von islamfeindlichen Parteien. Vielleicht denken jetzt mal die Kritiker nach, wem sie mit ihrem Aufschrei eigentlich helfen. Den Verkaufszahlen des Buches und den islamfeindlichen Parteien. Manchmal, und das betrifft jetzt nicht nur Sarrazin, sondern auch die Kritiker, ist Schweigen besser als Reden.

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